Iranischer Blogger zu Gast beim Berliner Forum Netzpolitik
Im März besuchte der 22 jährige Iraner Hesam Misaghi das Berliner Forum Netzpolitik. Er ist Mitglied des Human Rights Committee im Iran und gründete im März 2009 die „Society for the Prevention of Educational Discrimation“. Die NGO setzt sich dafür ein, dass jeder Student im Iran die Möglichkeit bekommt zu studieren, egal welcher Religion er angehört. Während der grünen Revolution fing Hesam zusätzlich an mit Freunden über die Menschenrechtsverletzungen im Iran zu bloggen. Als kurz danach seine Wohnung vom Geheimdienst gestürmt wurde floh er über die Türkei nach Deutschland.
Hesam erklärt, dass die neuen Medien zwei wichtige Aufgaben im Zuge der Aufstände im Iran erfüllt haben: erstens haben sie die Kommunikation zwischen den Bloggern und den Revolutionären deutlich vereinfacht. Die Social Networks sind schnell, leicht bedienbar und vor allem vom autoritären Regime schwierig zu kontrollieren. Die persönliche E-Mail Adresse von Hesam dagegen wurde regelmäßig von der Regierung überwacht. Die zweite wichtige Rolle der Social Networks in der Revolution war der Erwerb von Informationen. Das Internet ist für viele Iraner die einzige Möglichkeit unabhängige Informationen zu erhalten.
Dabei ist das Internet im Iran stark zensiert. Viele westliche Seiten werden komplett gesperrt. Der 22-jährige Iraner berichtet aber, dass vor allem Jugendliche die Sperren recht einfach umgehen können. Er sieht diesen zusätzlichen Zugang zu Informationen als einer der Gründe wieso es nicht nur im Iran sondern auch in vielen anderen Nordafrikanischen Staaten zu Aufruhen gegen die Diktaturen kommt.


