27. Januar 2012
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Christian Soeder
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Einladung zum Treffen des Beirat Netzpolitik SPD Baden-Württemberg, 23. Februar

Ein neues Jahr ist da, wir machen in alter Frische weiter: ich darf euch herzlich einladen zum nächsten Treffen des Beirat Netzpolitik:

Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr
SPD-Landesgeschäftsstelle (Besprechungsraum)
Wilhelmsplatz 10, 70182 Stuttgart

Und ich schlage euch folgende Tagesordnung vor:

TOP 1: Aktuelles
— Bericht Bundesparteitag
— Status Forum Netzpolitik auf Bundesebene
— Vorratsdatenspeicherung: wie weiter?
TOP 2: Netzpolitik im Koalitionsvertrag/auf Landesebene
TOP 3: Jahresplanung
TOP 4: Ausblick
TOP 5: Sonstiges

26. Januar 2012
von

Yannick Haan
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CDU/CSU Bundestagsfraktion unterstützt SOPA

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Dr. Günter Krings und der zuständige Berichterstatter für das Urheberrecht im Rechtsausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien, Ansgar Heveling haben sich gestern in einer Pressemitteilung für die SOPA Gesetzgebung ausgesprochen. So heißt es in der Pressemitteilung mit dem Titel „US-Amerikanische SOPA-Gesetzgebung weist in die richtige Richtung“:

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion steht auch im digitalen Zeitalter für einen starken Schutz des geistigen Eigentums. Das deutsche Urheberrecht ist ein Eckpfeiler des Rechtsstaates und der sozialen Marktwirtschaft. Es stellt sicher, dass kreative Leistung sich auch weiter lohnt. Dieses müssen wir weiter sichern. (…) Es erstaunt, dass Wikipedia, Google, die Grünen und viele andere durch ihre Proteste gegen SOPA und PIPA auch geldgierigen Internetkriminellen wie dem Gründer von Megaupload beispringen. Sie verkennen, dass es bei der Durchsetzung des Urheberrechts nicht um Zensur geht, sondern einzig und allein darum, Kreative vor Ausbeutung zu schützen.“

Trotz eines twitternden Peter Altmaier und des CSU Netzrates scheint es als ob die Partei auch weiterhin an Netzsperren festhalten würde.

Hier noch eine kurze Erklärung was die Einführung des „Stop Online Piracy Act“ für alle Internetnutzer bedeuten würde:

PROTECT IP / SOPA Breaks The Internet from Fight for the Future on Vimeo.

18. Januar 2012
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Christian Soeder
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The Day The LOLcats Died

“Der Stop Online Piracy Act (SOPA), auch bekannt unter dem Kürzel H.R. 3261, ist ein Gesetzentwurf, der am 26. Oktober 2011 im US-amerikanischen Repräsentantenhaus vom Abgeordneten Lamar S. Smith (Republikanische Partei Texas) und einer Gruppe von 12 Unterstützern eingebracht wurde. Das Gesetz soll es amerikanischen Urheberrechtsinhabern ermöglichen, die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte wirksam zu verhindern. Das geplante Gesetz wird zur Zeit im Justizausschuss des Repräsentantenhauses beraten und baut auf Gesetzen bzw. Gesetzesvorhaben aus dem Jahr 2008 und 2011 auf (PRO-IP act und PROTECT IP act (PIPA)). Weiterlesen →

12. Januar 2012
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Yannick Haan
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Berliner Forum Netzpolitik verabschiedet Grundsatzprogramm

Das Berliner Forum Netzpolitik hat auf seiner letzten Sitzung sein netzpolitisches Grundsatzprogramm “Digitales Leben und Netzpolitik für Berlin: 10 Vorschläge für ein sozialdemokratisches Grundsatzprogramm“ verabschiedet. Das Grundsatzprogramm soll auch im Juni zum Landesparteitag der Berliner SPD als Antrag eingebracht werden.

Eines der Schwerpunkte des Antrages liegt auf der Weiterentwicklung der bisherigen Open Data Strategie für Berlin. So fordert der Antrag: „Die Open Data Initiative der auslaufenden Legislaturperiode muss fortgeführt und die erfolgreiche Arbeit des Senats unterstützt und weiter vertieft werden. Darum muss insbesondere das Berliner Informationsfreiheitsgesetz besonders um proaktive Elemente erweitert werden.“

Ein weiterer Fokus des Antrages liegt auf der verbesserten Übermittlung von Medienkompetenz an Schulen. Das Forum Netzpolitik sieht das Thema Medienpädagogik als Querschnittsthema und nicht als zusätzliches Fach in den Schulen. Das Forum empfiehlt in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines runden Tisches um ein „Gesamtkonzept Medienkompetenz“ zu entwickeln.

Das Berliner Forum Netzpolitik sieht auch den Ausbau der Infrastruktur als eine wichtige Aufgabe für die Zukunft an. Innerhalb der nächsten fünf Jahren soll so auch der Aufbau eines kostenloses WLAN-Netzes vorangetrieben werden. Das Forum sieht den Zugang zum Internet als Bürgerrecht an.

Zudem setzten sich die Berliner für einen verbesserten Datenschutz ein, sprechen sich klar gegen eine Vorratsdatenspeicherung aus, wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk modernisieren, Netzneutralität gesetzlich sichern und das Thema Netzpolitik auch organisatorisch innerhalb der Berliner SPD besser verankern.

Das gesamte Grundsatzprogramm und die Möglichkeit dieses noch zu kommentieren findet ihr hier.

11. Januar 2012
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Jonas Westphal
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Die Sozialdemokratie in der digitalen Gesellschaft

Von Jens Best und Jonas Westphal

Die Digitalisierung als gesellschaftlicher Paradigmenwechsel sorgt für eine tiefgreifende Veränderung. Politik für die digitale Gesellschaft und das Netz binden bereits heute ein enormes Wählerpotential. Die Generation unter 30 bildet bereits heute Parteipräferenzen maßgeblich anhand der zugeschriebenen netzpolitischen Kompetenz aus. Die deutsche Sozialdemokratie muss wieder Vertrauen in gute, eigene Netzpolitik schaffen. Wir müssen aus eigener digitaler Stärke heraus überzeugen und neue Wählerinnen und Wähler an uns binden, um gesellschaftliche Mehrheiten für uns zu gewinnen!

Ob Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Verbraucherschutz- oder Außenpolitik: Jedes Politikfeld unterliegt dem digitalen Wandel. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten müssen diesen digitalen Wandel freiheitlich und solidarisch gestalten! Die SPD muss sich als progressive Kraft begreifen, die den digitalen Wandel zum Wohle aller und nicht zum Wohl einiger weniger gestaltet! Das Netz muss im sozialdemokratischen Sinne das Netz der Chancengleichheit und Teilhabe werden. Eine plurale Gesellschaft setzt ein pluralistisch geprägtes Netz voraus — Freiheit und Sicherheit müssen sorgsam gegeneinander abgewogen werden. Die deutsche Sozialdemokratie muss, aus ihrem freiheitlichen Grundwerteverständnis heraus, immer besonderen Wert auf die liberalen und aufgeklärten Aspekte der Digitalen Gesellschaft legen.

Das Internet an sich stellt gesellschaftlichen Strukturen nicht per se in Frage, es verstärkt zunächst einmal die bestehende Handlungskultur einer Gemeinschaft oder des einzelnen Individuums. Gesellschaftliche Gestaltung wird derzeit — insbesondere im europäischen Zusammenhang — im neo-liberalen und -konservativen Sinne geprägt, dies lässt sich auch auf der digitalen Ebene der Realität feststellen. Diese digitale Realität gilt es sozialdemokratisch zu gestalten: Im Sinne der Menschen und zugunsten des Allgemeinwohls.

Nur befähigte Menschen können frei und solidarisch entscheiden, wie sie ihren Lebensalltag gestalten. Wer die digitale Sprache nicht versteht und spricht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein unfreiwillig abhängiger Mensch. Die SPD darf dies nicht geschehen lassen. Sie muss für einen sozialdemokratischen Ausgleich der Machtverhältnissen hinzu mehr Gerechtigkeit sorgen. Gerade auch in der Wirtschaft. Wirtschaftliche Strukturen und Organisationen müssen re-demokratisiert werden. Eine re-vitalisierte, gestärkte und mit digitalen Werkzeugen ausgestattete Arbeitnehmermitbestimmung ist ein erster Schritt hinzu mehr gerechterer Arbeit und gerechteren, innovativeren Wirtschaften!

Die Sozialdemokratie befindet sich auf einem Weg, die solidarische und innovative Gesellschaft fordern und gestalten zu wollen. Dadurch ergibt sich für Netzpolitik, verstanden auch als digitale Gesellschaftspolitik, zweierlei große Aufgabenfelder:

Zum ersten müssen wir die gestaltenden Subjekte des Internets kritisch betrachten. Insbesondere die Kommerzialisierung des digitalen wie auch analogen Raums gilt es hierbei kritisch zu hinterfragen und sozialdemokratische Alternativen hierzu erarbeiten. Das gesamtgesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Staat, Bürger und Wirtschaft muss im analogen und digitalen Raum in ein neues sozialdemokratisch geprägtes Kräfteverhältnis gesetzt werden.

Zum zweiten, und dies ist eine der bis jetzt — auch in der SPD — am wenigsten verstandenen Aspekte, können die Werkzeuge der Kollaboration, die Werkzeuge der Partizipation, die Werkzeuge des offenen Wissens eingesetzt werden um in der Gesamtgesellschaft zu massiven Veränderungen hinzu mehr Gerechtigkeit, mehr Solidarität und mehr Freiheit führen. Das Internet macht dies erstmalig bequem für Gemeinschaft und das Individuum in seinem Alltag nutzbar. Sei es die Revitalisierung des genossenschaftlichen Prinzips durch Crowdsourcing und Co-Working oder die neuen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe durch Open-Government. All dies ist digital durchdrungen und muss deswegen mit Politik für eine digital erweiterte Gesellschaft ergänzt werden.

In der Nutzung des Internets, eingesetzt für den Dienst an einer gerechten und freien Gesellschaft, steckt die Chance für eine kraftvolle neue Profilierung der Sozialdemokratie als Partei der offenen, solidarischen und innovativen Menschen. Wir wollen eine gerechtere, offenere und sozial gefestigtere Gesellschaft im analogen wie auch digitalen Raum. Dabei müssen gesellschaftliche Prozesse und Normen überdacht, neu entdeckt und gegebenenfalls neu definiert werden.

Der Digitalisierung wohnt eine revolutionärer Funke inne, ihn gilt es für mehr Demokratie und Gerechtigkeit zu entfachen! Die Sozialdemokratie muss die gestalterische Kraft des sozial-digitalen Wandels werden und dafür gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Zweit-Veröffentlichung von “Die Sozialdemokratie in der digitalen Gesellschaft”

9. Januar 2012
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Christian Soeder
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Netzpolitikerinnen, Netzpolitiker! Rein in die Mandate!

Graffiti-Symbolbild

Im letzten Jahr hat sich netzpolitisch so einiges getan: die Piratenpartei hat das Berliner Abgeordnetenhaus geentert und ist bei bundesweiten Umfragen konstant bei über fünf Prozent. Netzpolitische Events wie der Chaos-Computer-Club-Congress finden überregionale Aufmerksamkeit in den Gazetten, der Politcamp-Verein veranstaltet Treffen mit Breitenwirkung, Peter Altmaier twittert (Kurt Beck nicht mehr). Alles in allem: gar nicht mal so schlecht, oder?

Nun ja. Man kann das so sehen und aber trotzdem gleichzeitig sehen: da fehlt noch etwas. Ich mache das exemplarisch am SPD-Bundesparteitag fest. Ungefähr 500 Delegierte, also Menschen mit Rede- und Stimmrecht, bilden zusammen den Bundesparteitag (künftig sind es 635). Vor Ort waren konstant gefühlt ungefähr 2000 Menschen, darunter Ausstellerinnen, Journalisten, politische Konkurrenz – aber auch viele Parteimitglieder, die netzpolitisch aktiv sind und vor Ort waren, um beim Kampf um die Vorratsdatenspeicherung zu helfen und um zu bloggen. Weiterlesen →

2. Januar 2012
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Christian Soeder
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Lesetipp: „Das digitale Urheberrecht steht am Abgrund”

In der aktuellen „brandt eins” ist ein wichtiges Interview mit einem Rechtswissenschaftler zum Thema Urheberrecht erschienen:

Der Rechtswissenschaftler Karl-Nikolaus Peifer über die Überforderung des Rechts, das Unwesen von Abmahnungen und die kleine Münze.

brand eins: Herr Peifer, das Urheberrecht will Kreative und ihr geistiges Eigentum schützen. Tut es das in sinnvoller Weise?

Karl-Nikolaus Peifer: Es macht es schlechter, als es dies könnte. Und um die derzeitige Situation des Urheberrechts wirklich zu durchdringen, müssen wir weiter ausholen. Es reicht nicht, nur über Tauschbörsen und das Internet zu reden, obwohl das momentan die Diskussion beherrscht.

Bitte sehr.

Das Urheberrecht sieht sich Problemen gegenüber, deren Ursachen zeitlich weit zurückreichen. Durch die leichte Kopierbarkeit von digitalen Inhalten kommt nur ein weiteres Problem hinzu. Vergessen wird oft, dass es das Kopienproblem gibt, seit Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts den maschinellen Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand. Es war für den Kopisten nur oft folgenlos, bis im 18. Jahrhundert in England und viel später hierzulande das Urheberrecht entstanden ist. Vor dem Internet war das Urheberrecht ein Rechtsgebiet, von dem der Normalmensch in der Regel kaum berührt wurde. Es war ein Recht, das nur zwischen Kreativen und ihren Verlegern Wirkungen entfaltete. Das ist jetzt anders. Das Netz hat das Urheberrecht in die Wohnzimmer und vor allem sehr oft in die Kinderzimmer der Nutzer von geistigen Inhalten hineingetragen.

Eine wichtige Information steckt in dieser Passage: „Die Buchverlage haben einen Sturm der Empörung entfacht. Sie wollten die Beteiligung der Urheber unverändert lassen, sie also nur eventuell im Erfolgsfall beteiligen. Wenn sie selbst kein Geschäft machten, sollte der Autor auch nichts dafür bekommen können. Die Verleger waren wie immer gut organisiert, und die Urheber waren wie immer mäßig organisiert.” Es gilt auch hier: Organisation ist alles. Man kann das schönste und edelste Anliegen der Welt vertreten — wenn die Truppen der anderen Seite besser organisiert sind, dann wird man scheitern.

Eine wichtige Lehre für NetzpolitikerInnen, die sich mit den traditionellen Parteistrukturen, dem Prinzip der Macht und Gremien schwer tun. Es geht irgendwann um Mehrheiten. Ganz einfach — und doch so schwer.

(via)

2. Januar 2012
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Yannick Haan
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Forum Netzpolitik Treffen im Januar

Die Arbeit wird glücklicherweise auch im neuen Jahr nicht weniger. Direkt im Januar wollen wir zu allererst unser Grundsatzprogramm verabschieden was wir dann auch als Antrag zum Landesparteitag im Juni einbringen werden. Neben dem Grundsatzprogramm werden wir auch direkt im Januar einen geschäftsführenden Vorstand wählen. Falls ihr Interesse habt an diesem mitzuarbeiten sagt uns doch einfach per Mail oder direkt beim Treffen Bescheid.

Das Treffen findet am 10. Januar um 19 Uhr im Büro von Dagmar Roth Behrendt in der Brunnenstraße 167 statt.

Da solche Wahlen wieder einiges an Bürokratie zu Tage bringt hier die obligatorische Tagesordnung die wir euch hiermit auch vorschlagen:
1) Bericht aus der Senatskanzlei
2) Bericht über Planungen des Barcamps
2) Antragsberatung
3) Wahl einer Sitzungsleitung
4) Wahl einer Zählkommission
5) Beschlussfassung über die Organisation des Vorstandes
6) ggf. Wahlen
zum gesf. Vorstand
Beisitzer
Kassenführer
Revisoren
7) Nominierung für den Landesvorstand

30. Dezember 2011
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Christian Soeder
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28c3: Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein

Beschreibung hier geklaut:

Der Sprachwissenschaftler Victor Klemperer hat festgestellt: „Was jemand willentlich verbergen will, sei es vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: Die Sprache bringt es an den Tag.“ Besonders deutlich wird das an Ausdrucksmitteln, die als „Nebelsprech“ bezeichnet werden können: Es handelt sich dabei vor allem um sprachliche Füllsel (Pleonasmen), die im jeweiligen Kontext nichts zur Bedeutung eines Textes beitragen, sondern einer Aussage nur Nachdruck verleihen sollen, den die Aussage gar nicht benötigen würde, wenn sie ernstgemeint wäre. So heißt es im Koalitionskompromiss zum Weiterbau der A100 in Berlin: „Das Projekt des 16. Bauabschnitts der BAB 100 wird nicht grundsätzlich aufgegeben. Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein, dass eine Umwidmung der Bundesmittel ermöglicht wird.” Die Adverbien „aktiv“ und „ernsthaft“ haben hier eine entlarvende Wirkung, denn ein passiver und scherzhafter Einsatz für eine Forderung ist ja gar nicht vorstellbar. In der Rhetorik spricht man in diesem Zusammenhang von einer Hyperbel, die allerdings im vorliegenden Fall misslungen ist, denn die hyperbolische Steigerung legt nahe, dass mit Aktivitäten in diesem Zusammenhang möglicherweise nicht zu rechnen ist. Auch wenn „vorbehaltlos, rückhaltlos und umfassend analysiert“ wird (Merkel), sollte man hellhörig werden, denn was „völlig ungefährlich“ und „gänzlich unbedenklich“ ist, hat meist einen Haken.

Analysiert werden Texte zum „Atomausstieg“, zur Vorratsdatenspeicherung und zu weiteren aktuellen Themen, vor allem aus der Netzpolitik.